Demenz fühlen
Sensorische Intervention im öffentlichen Raum
5.10.2015 16:30 - 18:30 Treffpunkt: Eingang Stadtpark, Weiskirchnerstraße (gegenüber MAK) | Erreichbarkeit: U3, Straßenbahn 2, Station Stubentor

Der öffentliche Raum steht nicht allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung - sei es aufgrund von Armut, unangepasstem Verhalten oder einschränkenden Erkrankungen, wie etwa der Alterskrankheit Demenz. Wie aber müsste der Stadtraum gestaltet sein, damit Menschen mit Demenz möglichst lange am öffentlichen Leben teilhaben können? Wie fühlt sich Stadt unter der Bedingung von Orientierungslosigkeit und Reizüberflutung an?


Cornelia Bast

Demenzerkrankungen gelten mittlerweile als globale Herausforderung: Allein in Europa sind derzeit rund 10 Mio. Menschen an Demenz erkrankt. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Betroffenen, 2050 werden es doppelt so viele sein. Für Menschen, die nicht selbst betroffen sind oder keine erkrankten Angehörigen haben, sind Demenzerkrankungen nur sehr selten wahrzunehmen: Die Betroffenen sind im öffentlichen Leben kaum zu sehen. Demenz führt zu Orientierungslosigkeit, Verunsicherung und Reizüberflutung, was zur Folge hat, dass sich Menschen schon in einem frühen Krankheitsstadium in ihre privaten Räumlichkeiten zurückziehen. Doch wie muss Stadt gestaltet sein, welche Vorbedingungen müssen erfüllt werden, um eine Teilnahme am öffentlichen Leben möglichst lange zu gewährleisten? Wie würden wir selbst mit einer solchen Situation umgehen? Welche Form der Unterstützung wäre für uns persönlich vorstellbar? Die Intervention Demenz fühlen lädt gesunde Menschen ein, die mit der Erkrankung einhergehenden visuellen und auditiven Wahrnehmungsveränderungen zu erleben. Die Künstlerinnen Cornelia Bast und Antonia Eggeling haben ein Tool entwickelt, das Zustände von Demenz zugänglich macht und in weiterer Folge dabei unterstützen kann, Betroffene besser zu verstehen. Demenz, so die KünstlerInnen, geht uns nämlich alle etwas an.

Erreichbarkeit: U3, U4, S-Bahnen, Landstraße-Wien Mitte

Cornelia Bast
ist Künstlerin mit Schwerpunkt auf künstlerische Kommunikation und Entwicklung partizipativer künstlerischer Prozesse. Darüber hinaus ist sie ausgebildete Biochemikerin und Hebamme und war in der Leukämieforschung und an der gynäkologischen Abteilung am Wiener AKH tätig.

Antonia Eggeling
ist Designerin mit Fokus auf gesellschaftlichen Mehrwert. In ihren Studien in Industrial Design, Social Design und ihren Arbeiten hat sie sich intensiv mit Partizipation in kreativen Prozessen, sowie den Themen gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion beschäftigt.


KATEGORIEN: Stadt-Praxis, Cooperative-Playground

TAGS: Demenz, Orientierung, Wahrnehmung, Teilhabe, Stadtplanung, Inklusion, Öffentlicher Raum

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